Wie am 6. Dezember durch die Landesplanung in Kiel beschlossen wurde, sind alle bisher potentiellen Vorrangflächen für WKA in unserem Naturpark herausgenommen worden. Die interaktive Karte enthält die interessierenden Kartenebenen „Vorranggebiete“ und „Abgelehnte Potentialflächen“. Durch Anklicken der Teilflächen kann man die entscheidenden Kriterien abrufen. Online-Beteiligung Landesplanung – Teilaufstellung Regionalplan III, Sachthema Windenergie.

Natur und Vogelwelt können aufatmen, wir müssen aber weiterhin wachsam sein. Wegen der geplanten Bürgerbeteiligung kann es noch zu Wiedereinstellungen kommen. Etwa wenn zuviele Vorranggebiete in anderen Regionen noch wegfallen, und die benötigte Fläche von 2% des Landes für WKA wegen der immer noch bestehenden 300% Vorgabe der jetzigen Landesregierung nicht ausreicht. Keine guten Aussichten für Frieden zwischen Bürgern und Gemeinden.

Den Angaben zufolge wird das Verfahren noch zwei Beteiligungszyklen benötigen, bevor die Raumordnungspläne endgültig entschieden werden. Das erste wird bis Mitte 2017 dauern, dann wird nochmals beschlossen und wiederum zur Beteiligung ausgeschrieben. Erst Mitte 2018, so der Plan der jetzigen Landesregierung, wird endgültig über die WKA Vorranggebiete entschieden werden.

Unsere Pressemitteilung

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Eigentlich etwas für die andere Seite: Produzieren wir statt Ökoenergie die nachhaltigste Naturzerstörung?
Georg Etscheit – Geopferte Landschaften – Wie die Energiewende unsere Umwelt zerstört – Heyne – Verlag

Heute (Sonntag, 30.10.2016) fanden sich rund 230 Menschen gegen den Windkraft-Wahn zusammen. Wir trafen uns unweit Seedorf am Schaalsee und stellten auf einem potentiell ausgewiesenen Windkraftanlagen-Acker ein Windrad (Größe 200 Meter, Durchmesser 160 Meter) mit Papierbahnen dar. Ein großes Dankeschön an den Landwirt, dessen Fläche wir nutzen durften.

Mit unserer Aktion konnten wir sehr anschaulich demonstrieren, wie groß eine Windkraftanlage sein kann. Wir sind überwältigt, dass wir so viele Menschen aus unserem Kreis motivieren konnten, und hoffen mit unserer Aktion den ein oder anderen noch wachzurütteln, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

Bei der Veranstaltung waren Vertreter von mehr als sieben Bürgerinitiativen aus dem Herzogtum Lauenburg.vor Ort: Gegenwind vom Schaalsee, Gegenwind in Krukow, Dörfer gegen WKAs, Bürgerinitiative „Bürger für Lütau“, Bürgerinitiative für Menschen und Umwelt in Walksfelde, Bürgerinitiaven aus Juliusburg und Schnakenberg sowie die Bürgerinitiative unsere Dörfer gegen WKA mit den Dörfern Bergrade, Berkenthin, Bliestorf, Düchelsdorf, Duvensee, Grinau, Groß Weeden, Kastorf, Klinkrade, Kühsen, Labenz, Niendorf/bei Berkenthin, Rondeshagen, Siebenbäumen, Sierksrade, Steinburg, Stubben Auch Gäste aus einem anderen Kreis konnten begrüsst werden: aus dem Kreis Bad Segeberg, Naturpark Holsteinische Schweiz kamen Vertreter der Bürgerinitiative Schmalensee.

Für alle die dabei waren; DANKE SCHÖN fürs Kommen, ohne Euch wäre es nicht gegangen. Und die, die nicht dabei waren, haben echt etwas versäumt. Erste Bilder…

Dank auch an die Drohnenpiloten, die wir noch in einem weiteren Beitrag würdigen werden. Das Video ist in Arbeit…

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Mit-Papier-gegen-Windkraftanlagen,windkraft762.html

Windenergie und Artenschutz

 

in diesem Konfliktfeld geht es zwischen der Staatskanzlei, Umweltministerium und LLUR (Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume) hin und her.

Die Kriterienliste hat in den vergangenen eineinhalb Jahren bereits mehrere Änderungen erfahren. Ob es dabei bleibt, ist fraglich. Denn für die Landesregierung steht über allem das Ziel, als Windenergiestandorte zwei Prozent der Landesfläche ausweisen zu lassen. Wenn es dafür in bestimmten Regionen wie in den Westküstenkreisen räumlich zu eng werden und dem Protest von durch Windkraft genervten Anliegern nachgegeben werden sollte, können sich schnell Verschiebungen zu Lasten der weichen Tabuzonen ergeben, da deren Definition im Ermessen des Landes liegt.

Lesen Sie beim NABU Schleswig-Holstein

Machen wir uns nichts vor: Windkraft, Photovoltaik und die anderen regenerativen Energiequellen werden eine ausreichende Stromversorgung in Deutschland nicht sicherstellen können.

Die politische Entscheidung des Bundestages weg von der „Atomenergie“ hat dazu geführt, dass sich der industrielle Komplex in Deutschland von der Forschung und Entwicklung moderner Energiequellen verabschiedet hat, und nun vor allem große Windmühlen in unsere schöne und relativ dicht besiedelte Landschaft setzt. Das ist sehr schade.

Im Rest der Welt geht die Forschung weiter mit sehr ermutigenden Ergebnissen. Der Dokumentarfilm
Thorium – Atomkraft ohne Risiko? , der am 20.09.2016 auf ARTE lief, und bis 19.12.2016 bei Arte+7 verfügbar ist, öffnet die Augen.

Thorium-Flüssigsalzreaktor: Nie gehört? Kein Wunder, seit  70 Jahren wird die Technologie von der Nuklearindustrie totgeschwiegen.  Dabei könnte Thorium – kein Atommüll, kaum Risiko – die Energieproduktion  komplett revolutionieren. „Thema“ fragt, warum Kernkraft  aus Thorium 1945 eine technologische Totgeburt war und warum  es plötzlich doch der Brennstoff der Zukunft sein soll.

Sehr interessant ist der Ansatz, die Anlagen unter staatlicher Kontrolle zu halten und nicht zu groß zu machen, ähnlich der kommunalen Wasserversorgung. So könnte die Zuverlässigkeit des Betreibers besser gewahrt sein und nicht unter Gewinn- und Optimierungszwängen leiden.

Auf  Youtube sind weitere ernsthafte Beiträge zu finden. Leider nur auf Englisch, wie gesagt: Deutschland ist nicht dabei…schade.

Weitere Quellen:

SAMOFAR EU-Projekt
http://ruhrkultour.de/tag/fluessigsalzreaktor/  (deutsch)
http://www.world-nuclear.org/information-library/current-and-future-generation/thorium.aspx
http://www.world-nuclear.org/information-library/nuclear-fuel-cycle/nuclear-power-reactors/generation-iv-nuclear-reactors.aspx
Website Energy from Thorium
Kirk Sorensen
Auch sehr interessant Ian Scott

auf der Website des Deutschen Arbeitgeber Verbandes (!) haben wir einen Beitrag von Prof. Michael Elicker und Andreas Langenbahn gesehen, in dem unsere Auffassungen voll bestätigt werden.

Das Bundesamt für Umwelt fasst zusammen: „Betrachtet man die exemplarisch aufgeführten Untersuchungsergebnisse, wird deutlich, dass Infraschall ab gewissen Pegelhöhen vielfältige negative Auswirkungen auf den menschlichen Körper haben kann. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass viele der negativen Auswirkungen von Infraschalleinwirkungen die Bereiche Herz-Kreislaufsystem, Konzentration und Reaktionszeit, Gleichgewichtsorgane, das Nervensystem und die auditiven Sinnesorgane betreffen. Probanden klagten häufig über Schwindel- und Unbehaglichkeitsempfindungen bei Infraschallexposition … Vergleicht man die Untrsuchungsergebnisse, wird deutlich, dass negative Auswirkungen von Infraschall im Frequenzbereich unter 10 Hz auch bei Schalldruckpegeln unterhalb der Hörschwelle nicht ausgeschlossen sind.“ (S. 62)…

Für Stadtratsmitglieder kann sich hieraus, wenn entsprechende Gesundheitsschäden bei Betroffenen auftreten, sogar die persönliche Haftung (!) der dies ermöglichenden Stadtratsmitglieder mit ihrem Privatvermögen ergeben. Die parlamentarische Indemnität steht nur den Mitgliedern der staatlichen Parlamente, nicht aber den Mitgliedern der sog. „Kommunalparlamente“ zu. Das ist eine Tatsache, die wohl bisher noch nie in ihrer ungeheuren Tragweite durchdacht wurde.

ganzer Bericht als PDF

„Bürgerwille und Windkraftplanung“ war der Titel eines Expertengesprächs in Kiel am 08.09.2016. Für unsere Bürgerinitiative waren Dr. Bernd Ohlendorf und Mike Lohmann dort und haben sich die Vorträge der Rechtsexperten angehört. Torsten Albig sprach ein Grußwort und war danach im Publikum. In seinem Schlusswort bekannte er sich nochmals zum sogenannten 300% Ziel, nämlich 3 mal mehr so viel Strom aus Erneuerbaren Energien zu erzeugen wie Schleswig-Holstein benötigt. Unseres Erachtens ist dieses Ziel rein politisch und völlig aus der Luft gegriffen. Dieses Beharren zwingt die Landesregierung jedoch zu beinharten Auseinandersetzungen mit den Bürgern und Gemeinden, die keine WKAs wollen, und umgekehrt mit der Wind-Industrie, die mit den Kriterienkatalogen und Ausschlussflächen nichts anfangen können.

Prof. Dr. Wolfgang Ewer – auch Berater der Staatsregierung – machte deutlich, dass der Bürgerwille allein als Kriterium nicht ausreicht, weil im Planungsrecht nur sachliche Kriterien berücksichtigt werden können. Umgekehrt heißt das aber, dass ernst zu nehmende Gründe von Gemeinden, auch von einzelnen Bürgern, in der „Abwägung“ berücksichtigt werden müssen.

Wir werden daher weiter intensiv gegenüber der Landesplanung vortragen, was für uns auch weiterhin viel Arbeit bedeutet. Selbiges gikt für die Gemeindevertretungen, die entsprechend begründete Beschlüsse fassen müssten. Wir haben aber damit eine Chance auf „Tilgung der Vorranggebiete“ für WKAs in unserer schönen Schaalseeregion. Allerdings mussten wir vor Ort auch feststellen, dass andere, meist schon viel früher gegründete Bürgerinitiativen auch vieles unternehmen, um ihr jeweiliges Gebiet vor Windparks zu schützen. Um so besser müssen unsere Argumente für unsere schöne Schaalsee-Region sein!

Veranstaltungdokumentation „Windenerigeplanung – Gemeindewille und Bürgerbeteiligung“

Bericht im Schleswig-Holstein Magazin des NDR am 8.9.2016

 


Statt hohe Ersatzzahlungen für den Eingriff in die Natur zu verlangen, hat Rheinland-Pfalz aber kräftige Rabatte von 90 Prozent gewährt. Der Landesrechnungshof übt daran deutliche Kritik. Er hatte die Genehmigungspraxis für Windräder stichprobenartig für den Jahresbericht 2016 geprüft. Im Interview mit REPORT MAINZ sagte Landesrechnungshof-Präsident Klaus Behnke, die Vergünstigungen seien rechtswidrig. Dem Land seien Einnahmen für den Naturschutz in Millionenhöhe entgangen.

REPORT MAINZ-Recherchen zeigen jetzt, die Summen der Vergünstigungen sind weit höher als bisher gedacht. Und: Auch andere Länder wie Berlin und Bayern haben solche umstrittenen Rabatte auf Ersatzzahlungen bei Windrädern gewährt.

Entwurf des LLUR Stand Mai 2016: Das Naturschutzgebiet „Hakendorfer Wälder” befindet sich innerhalb der südwestlichen Schaalseelandschaft und des europäischen Grünen Bandes und der Sicherung der Kohärenz von Natura 2000 gemäß Artikel 10 der Richtlinie 92/43 EWG. Es gibt also noch reichlich Klärungsbedarf innerhalb des Ministeriums. LLUR Hakendorfer Wälder