in den Empfehlungen zur Berücksichtigung tierökologischer Belange bei Windenergieplanungen in Schleswig-Holstein des LANU finden sich sehr detaillierte Empfehlungen zum Vogelschutz in unserem Gebiet.

SH_Tierökologische_Belange_windenergie.pdf

daraus auf Seite 24

Rastgebiete
Aufgrund des Gewässerreichtums (Küstengebiete, namentlich das Wattenmeer sowie Binnenseen und Großteiche im Östlichen Hügelland) hat Schleswig-Holstein eine besondere Bedeutung als Rast- und Überwinterungsgebiet für zahlreiche Watt- und Wasservogelarten. Neben dem Wattenmeer und der Ostseeküste erfüllen v.a. die großen Seen und einige Großteiche die Kriterien eines Feuchtgebiets Internationaler Bedeutung (FIB) gem. RamsarKonvention (STRUWE-JUHL 2000). Die großen Grünlandgebiete in der Seemarsch und in einigen Flussniederungen (Eider-Treene-SorgeNiederung) sind von besonderer Bedeutung als Rast- und Nahrungsgebiete für Kiebitz und Goldregenpfeifer, für Schwäne und verschiedene Gänsearten sowie für Greifvögel (Kornweihe, Raufußbussard). Sie erfüllen z.T. ebenfalls die Kriterien eines Feuchtgebiets internationaler Bedeutung.

Für folgende Vogelschutzgebiete (Special protected areas = SPA) wird ein Prüfbereich von 3.000 m um die Gebiete empfohlen, weil dadurch auch wichtige Nahrungsgebiete für verschiedene Gänsearten und Singschwäne und Verbreitungsschwerpunkte des Seeadlers berücksichtigt werden:

Teilgebiete des SPA…
…und • SPA „Schaalseegebiet“ (2331-491).

und weiter auf Seite 39 : Saatgans besonders geschützte Art nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 BNatSchG Schwerpunkträume sind der Schaalsee und die Travemündung.

Seite 40: 4.3.3.3 Kranich
Anh. I EG-VSchRL, streng geschützte Art nach § 10 Abs. 2 Nr. 11 BNatSchG
Wichtigste Rastplätze in Schleswig-Holstein sind der Oldenburger See und das Schaalseegebiet. Kleinere Rastansammlungen treten regelmäßig im Bereich der Binnenseen in der Hohwachter Bucht auf. Diese Gebiete sind als EU-Vogelschutzgebiete gemeldet. Einhalten eines 3.000 m breiten Abstandes um die wichtigsten Kranichschlafplätze. • Hauptflugkorridore zwischen Schlafplätzen und Nahrungsgebieten der Kraniche sollten von Windenergieanlagen freigehalten werden (Untersuchungsbereich 6.000 m um Kranichschlafplätze > 10  Exemplare).

 

Von Kennern der Energiewende schon lange vorausgesagt, ist der Skandal des Scheiterns, der sogenannten Stromwende in SH nun mehr als offensichtlich. Die detaillierten Zahlen von der Bundesnetzagentur und vom MELUR selbst, zu den aktuellen Meldungen der Stromabregelungen in SH, lassen daher nur noch einen Schluss zu:

SOFORTIGER STOPP von Aus-und Zubau sowie Repowering von WKA in Schleswig Holstein. 

Die Abregelungen im 4. Quartal waren noch höher, als man sich vorstellen konnte.  SH ist mit weitem Abstand (64 %) „Abregelungsmeister“ in Deutschland und vermutlich sogar weltweit.

Die weggeworfene Strommenge hat sich zu 2014 verdreifacht, zu 2013 sogar verzwölffacht! Dass das EEG-System, insbesondere die Windkraft in SH völlig aus dem Ruder gelaufen ist, beweisen die Zahlen. Laut MELUR sind in 2015  2611 GWh Strom allein aus Windkraft entsorgt worden. Die Zahlen für die Gesamtwindkraftproduktion in SH kommen zwar erst im Oktober, aber es dürfte sich um mindestens 25 % Wegwerfanteil beim Windkraftstrom

handeln. Damit wurde sogar deutlich mehr Strom abgeregelt, als durch den gesamten Zubau im Jahr 2015 erzeugt wurde. Bereits die Abregelungen in 2014 korrelierten gut mit dem davor erfolgten Jahreszubau. Jede weitere WKA wird das Problem verschärfen, wie das

MELUR für 2016 bereits eingesteht.  Nach dem Jargon der Windindustrie hätte der gesamte abgeregelte Strom 2015 über 900.000 Haushalte versorgen können, also etwa 2/3 aller Haushalte in Schleswig-Holstein!

Die Durchhalteparolen von Habeck („Netzausbau würde das Problem schon 2017 verringern“) wirken nur noch peinlich und seine Freude darüber, dass auch Stromkunden aus anderen Bundesländern diesen 295Mio. € teuren Strommüll aus SH mitbezahlen müssen, empfinde ich als unglaubliche Entgleisung.

Die Opposition im Landtag hätte jetzt die Möglichkeit, mit diesen Zahlen und dem bereits erreichten 2%-Zubau, die Landesregierung  massiv unter Druck zu setzen, um zu beweisen wie ernst es der Opposition ist, die Kehrtwende in der Energiepolitik für Schleswig Holstein ein zu läuten.

Dokumente sind hier zu finden:http://www.bundesnetzagentur.de/cln_1422/DE/Sachgebiete/ElektrizitaetundGas/Unternehmen_Institutionen/Versorgungssicherheit/Stromnetze/Netz_Systemsicherheit/Netz_Systemsicherheit.html

http://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Energiewende/Strom/_documents/einspeisemanagement.html

Die Ausbaupläne im EEG 2016 der Bundesregierung bis 2025, aus berufenem Munde des Bundeswirtschaftsministers Sigmar Gabriel, sprechen klar für die Nutzung der in Schleswig Holstein aktuell geplanten WKA Flächen. Sobald der Netzausbau vorangekommen ist, können die Windkraftanlagen sofort gebaut werden.

Gabriel beschreibt hier auch, warum der Netzausbau zum Stillstand gekommen war: Die Bürger haben Ärger gemacht und gegen neue Freileitungen protestiert, viele sind vor Gericht gegangen. Erdverlegung ist nun die Lösung, der viele auch zustimmen können. Es gibt also immer eine vernünftige Lösung, wir müssen aber dranbleiben.

Quelle: BMWi, Youtube

Plötzlich ist Flaute im Staate Dänemark

Aus Angst vor Gesundheitsschäden durch Infraschall werden in Dänemark kaum noch Windenergie-Anlagen gebaut. Eine staatliche Untersuchung läuft. Deutsche Behörden spielen das Problem noch herunter.

Beim ersten Test begannen die Tiere zu schreien. „Sie tobten mit einem schrillen Kreischen in ihren Käfigen und begannen sich gegenseitig zu beißen“, sagt Kaj Bank Olesen, Nerzzüchter in Vildbjerg, Dänemark. Als seine Tierärztin im Morgengrauen die Polizei in der Gemeinde Herning anrief, um die neuen Windkraftanlagen hinter Olesens Bauernhof abschalten zu lassen, lag schon ein halbes Dutzend Tiere tot in den Käfigen. Mehr als 100 hatten sich gegenseitig so tiefe Wunden zugefügt, dass sie getötet werden mussten.

Die Vorkommnisse auf Olesens Nerzfarm in der Nacht zum 6. Dezember 2013 haben viele der so ökologisch orientierten Dänen verunsichert. Macht Windkraft krank? Erzeugen die Turbinen Schwingungen unterhalb der Hörbarkeitsgrenze, die Tiere verrückt machen und vielleicht auch die Gesundheit von Menschen belasten?

Das Schicksal des jütländischen Nerzzüchters machte landesweit Schlagzeilen und beschäftigte sogar das Parlament in Kopenhagen. Und seitdem hat die Energiewende ein Problem, wie Jan Hylleberg eingesteht, der Vorstandschef des Verbandes der dänischen Windindustrie: „Ein Großteil der dänischen Kommunen hat die Pläne für neue Windparks auf Eis gelegt, bis die staatliche Untersuchung über die Gesundheitsprobleme durch Infraschall abgeschlossen ist.“

Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article137970641/Macht-der-Infraschall-von-Windkraftanlagen-krank.html

Reportage & Dokumentation

Die Windkraft ist eines der emotionalsten Streitthemen unserer Zeit: politisch forciert, finanziell hochsubventioniert, getragen von weitreichenden ökonomischen und ökologischen Erwartungen – und zugleich mit großen Ängsten besetzt. Für die einen bedeutet Windkraft saubere Energie, die Atomkraft und Kohle ersetzen und unser Klima retten soll, für die anderen steht sie für die rücksichtslose Zerstörung von Naturlandschaften und für Profite Einzelner auf Kosten der Allgemeinheit.

Widerstand bei Bürgern

Fast 26.000 Windräder stehen schon in Deutschland. Während immer mehr Windkraftanlagen gebaut werden und die Branche boomt, explodieren die Kosten für die Bürger: Rund acht Milliarden Euro an Subventionen müssen sie dieses Jahr über die EEG-Umlage allein für die Windkraft zahlen. Dabei macht der Strom aus Windkraft immer noch einen nur geringen Bruchteil im Energiemix Deutschlands aus.

Auch deshalb beginnt bei den Bürgern, die Stimmung zu kippen. Zunehmend formiert sich Widerstand gegen den vermeintlichen Hauruck-Ausbau. Anwohner klagen über die Zerstörung der Landschaft, über Gefahren für die Tierwelt, über Licht- und Lärmbelästigung. Trotzdem wird weiter ausgebaut, teilweise bis dicht an die Wohnbebauung oder sogar mitten in Naturparks. Denn nicht nur die Windkraftindustrie, auch andere wollen von den Subventionen profitieren. „Report Mainz“-Recherchen zeigen, dass Lokalpolitiker Flächen für Windräder ausweisen, um sich eine goldene Nase zu verdienen.

In der ARD Mediathek noch zu sehen.

Keine Windkraft im Naturpark! Was so logisch erscheint, nämlich dass unser wunderschöner Naturpark Lauenburgische Seen von Windparks verschont bleiben müsste, gilt nicht mehr. Kiel hat neue Planungsflächen ausgewiesen, um das selbstgesetzte Ziel 300% langfristig zu erfüllen. Dabei ist ein Naturpark ein geschützter, durch langfristiges Einwirken, Nutzen und Bewirtschaften entstandener Landschaftsraum. Diese wertvolle Kulturlandschaft soll in ihrer heutigen Form bewahrt und gleichzeitig touristisch vermarktet werden. Naturparks unterliegen in Deutschland gesetzlich reglementierten Gebietsschutz, der Teil des Naturschutzrechts ist.

Dass das für den Naturschutz, den Landschaftsschutz und den Schutz der vielen Großvögel wie Seeadler und Kraniche, die hier rasten, leben und brüten der Hohn ist, spielt da anscheinend plötzlich keine Rolle mehr.

Daher haben wir uns entschlossen, eine Bürgerinitiative zu gründen, um dererlei zu verhindern. Wenn Sie auch unserer Ansicht sind, werden Sie Mitglied und unterstützen unsere Arbeit.

Was können Sie tun? Wir haben zwei Worddokumente mit Forderungen vorbereitet, die Sie downloaden, ausfüllen und per Post abschicken können. Auch wenn der Brief dort in die Ablage kommt, wird der Stapel größer, bis er nicht mehr ignoriert werden kann. Unter den Briefvorlagen können Sie einen entsprechenden Text downloaden. Als Word Datei zur Bearbeitung mit Ihren individuellen Angaben (Virus-geprüft). Sie können den Brief natürlich beliebig ändern.

Brief Wir/Ich an die Staatskanzlei

WKA Eingnungsgebiete
Seit Oktober 2015 sind in der Karte potentielle Windkraftanlagenflächen in Seedorf, Klein-Zecher, Hollenbek, Sterley, Sophiental, Gudow und anderen schönen Gemeinden in der westlichen Schaalseeregion ausgewiesen.
In den gelb markierten Gebieten können bis zu 200 Meter hohe Windkraftanlagen gebaut werden. Der Abstand zur nächsten Wohnbebauung beträgt nur 800 m und zu Einzelhäusern 400 m